Eingewachsener Zehennagel: Was hilft wirklich?
Warum Wegschneiden das Problem verschlimmert – und wie eine Nagelspange den Nagel ohne Operation wieder in Form bringt.
Beitrag lesenVerfärbte, brüchige Nägel oder juckende Haut zwischen den Zehen – das ist unangenehm, aber gut behandelbar. Vorausgesetzt, man macht es richtig.
Beides wird von denselben Erregern verursacht, betrifft aber unterschiedliche Stellen. Fußpilz sitzt auf der Haut, meist in den Zehenzwischenräumen. Er juckt, die Haut schuppt, wird weißlich-aufgeweicht oder reißt ein. Nagelpilz befällt die Nagelplatte selbst: Der Nagel verfärbt sich weißlich, gelblich oder bräunlich, wird dicker, bröckelig und löst sich an der Kante ab.
Sehr häufig beginnt es mit Fußpilz und wandert von dort in den Nagel. Wer nur den Nagel behandelt, die Haut aber vergisst, holt sich die Erreger deshalb immer wieder zurück.
Ausgelöst wird der Befall von winzigen Pilzen, meist sogenannten Fadenpilzen. Die sind in unserer Umgebung weit verbreitet – auf Böden in Schwimmbad, Sauna und Umkleide, ebenso in Socken, Handtüchern und Schuhen. Damit sie sich festsetzen können, brauchen sie zweierlei: eine Eintrittsmöglichkeit und günstige Bedingungen.
Der Pilz nimmt nicht immer denselben Weg – und das ist für die Behandlung wichtig. Fachlich werden mehrere Formen unterschieden:
Deshalb sehen wir uns den ganzen Nagel an und nicht nur die verfärbte Stelle.
Manche Menschen stecken sich leichter an oder werden den Pilz schwerer wieder los. Nicht, weil sie etwas falsch machen – sondern weil die Abwehr am Fuß geschwächt ist:
Wichtig zur Einordnung: Diabetes oder eine Durchblutungsstörung verursachen keinen Nagelpilz. Sie machen den Fuß nur anfälliger dafür – und die Folgen ernster. Der Auslöser bleibt in jedem Fall der Erreger.
Übertragen wird er nicht nur direkt, sondern auch über Handtücher, Socken und Böden – Pilzsporen halten sich dort erstaunlich lange.
Pilzbefall verschwindet nicht von selbst. Er breitet sich langsam über weitere Nägel und den anderen Fuß aus, und er ist ansteckend – auch für Ihre Familie.
Bei Diabetes oder eingeschränkter Durchblutung kommt ein zweiter Punkt hinzu, der wichtiger ist als die Optik: Die eingerissene Haut zwischen den Zehen ist eine Eintrittspforte für Bakterien. Aus einem harmlos wirkenden Pilz kann so eine ernsthafte Infektion entstehen.
Wir tragen das befallene Nagelmaterial fachgerecht ab. Das ist mehr als Kosmetik: Ein dicker, zerklüfteter Nagel lässt kein Medikament an die betroffene Stelle. Erst wenn die Schicht dünner ist, kann ein Lack oder eine Creme überhaupt wirken.
Zusätzlich achten wir auf die Haut zwischen den Zehen, arbeiten mit sterilen Instrumenten und beraten Sie, wie Sie eine erneute Ansteckung vermeiden.
Wichtig zur Abgrenzung: Die Diagnose und die Verordnung von Medikamenten gehören in ärztliche Hände. Ob wirklich ein Pilz vorliegt – und welcher – lässt sich nur über einen Erregernachweis sicher klären. Nicht jede Nagelveränderung ist ein Pilz; Schuppenflechte, Druckschäden oder Durchblutungsstörungen sehen ähnlich aus.
Ein Zehennagel wächst nur etwa einen Millimeter im Monat. Bis ein befallener Nagel vollständig herausgewachsen ist, vergehen daher schnell neun bis zwölf Monate. Wer die Behandlung abbricht, sobald es besser aussieht, fängt meist von vorn an.
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an uns oder an Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt.
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