Wenn der Fuß stumm wird: Polyneuropathie verstehen
Kommt zur Durchblutungsstörung eine Nervenschädigung, fehlt die Warnung ganz. Was dann zu beachten ist.
Beitrag lesenKalte Füße, Schmerzen nach kurzer Gehstrecke, Wunden die nicht heilen – dahinter steckt oft eine Durchblutungsstörung. Und die verändert auch, wie Fußpflege aussehen muss.
Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit sind die Schlagadern in den Beinen verengt. Ursache sind Ablagerungen in den Gefäßwänden – dieselbe Entwicklung, die auch Herzinfarkt und Schlaganfall zugrunde liegt. Die Folge: Muskeln, Haut und Gewebe am Bein bekommen zu wenig sauerstoffreiches Blut.
Die Hauptrisikofaktoren sind Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und Bewegungsmangel.
Das bekannteste Zeichen ist die Schaufensterkrankheit: Nach einer gewissen Gehstrecke schmerzen Wade oder Oberschenkel so stark, dass man stehen bleiben muss. Nach kurzer Pause geht es wieder – bis zur nächsten Pause. Der Name kommt daher, dass Betroffene diese Pausen gern vor Schaufenstern einlegen.
An den Füßen selbst zeigt sich die Minderdurchblutung so:
Schreitet die Erkrankung fort, schmerzen die Füße auch in Ruhe – typischerweise nachts im Liegen, und es wird besser, wenn das Bein herunterhängt. Das ist ein ernstes Zeichen und gehört zügig ärztlich abgeklärt.
Bei einer Polyneuropathie fehlt das Schmerzempfinden – bei PAVK schmerzt es normalerweise. Kommt beides zusammen, was bei Diabetes häufig vorkommt, entsteht die gefährlichste Konstellation:
Das Gewebe ist schlecht durchblutet – aber es meldet sich nicht. Weder die Gehstrecke noch der Ruheschmerz warnen zuverlässig. Eine Wunde entsteht unbemerkt, und weil die Durchblutung fehlt, heilt sie kaum.
Bei eingeschränkter Durchblutung gilt in der Behandlung ein anderer Maßstab: vorsichtiger arbeiten, weniger abtragen. Was bei gut durchbluteten Füßen problemlos verheilt, kann hier zu einer schlecht heilenden Wunde werden.
Deshalb tasten wir vor der Behandlung die Fußpulse, achten auf Hautfarbe und Temperatur und stimmen das Vorgehen darauf ab. Auffälligkeiten besprechen wir mit Ihnen und empfehlen bei Bedarf die ärztliche Abklärung – etwa eine Messung des Blutdrucks am Knöchel im Vergleich zum Arm.
Genauso wichtig ist, was nicht getan wird: keine aggressive Hornhautabtragung, keine scharfen Hausmittel, keine Wärmflaschen. Und bitte keine Selbstbehandlung mit Hornhauthobel oder Schere.
Hier gibt es einen Punkt, der oft für Enttäuschung sorgt: Eine Durchblutungsstörung allein reicht für eine Verordnung podologischer Behandlung nicht aus. Voraussetzung ist eine Nervenschädigung mit herabgesetztem Schmerzempfinden – bei Diabetes oder einer Polyneuropathie anderer Ursache.
Das heißt nicht, dass Fußpflege bei PAVK unwichtig wäre – im Gegenteil. Es heißt nur, dass die Kostenübernahme an die Nervenschädigung geknüpft ist. Sprechen Sie uns an, wir klären mit Ihnen, was in Ihrem Fall gilt.
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an uns oder an Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt.
Kommt zur Durchblutungsstörung eine Nervenschädigung, fehlt die Warnung ganz. Was dann zu beachten ist.
Beitrag lesenBei Diabetes treten Durchblutungs- und Nervenstörung oft gemeinsam auf – die riskanteste Kombination.
Beitrag lesen