Der diabetische Fuß: Warum regelmäßiges Hinschauen so wichtig ist
Bei Diabetes bleiben kleine Verletzungen am Fuß oft unbemerkt – und werden schnell ernst. Was Sie täglich beachten sollten.
Beitrag lesenJeder Schritt tut weh, der Zeh ist rot und geschwollen – und Sie fragen sich, ob es ohne Operation geht. In den allermeisten Fällen: ja.
Beim eingewachsenen Nagel – fachlich Unguis incarnatus – dringt die seitliche Nagelkante in das umliegende Gewebe ein. Der Körper reagiert darauf wie auf jeden Fremdkörper: mit Entzündung. Betroffen ist meist die Großzehe.
Die häufigsten Ursachen:
Der verständliche Reflex ist, die schmerzende Ecke wegzuschneiden. Genau das führt aber häufig in einen Kreislauf: Die zurückgeschnittene Kante wächst nach – und trifft beim Herauswachsen erneut auf das Gewebe, oft noch spitzer als zuvor. Dazu kommt das Infektionsrisiko durch unsterile Werkzeuge.
Bitte lassen Sie also die Finger von Nagelzange und Schere, sobald es entzündet ist – und ganz besonders, wenn Sie Diabetes haben oder blutverdünnende Medikamente nehmen. Warum gerade bei Diabetes besondere Vorsicht gilt, lesen Sie in unserem Beitrag zum diabetischen Fuß.
Bei uns steht am Anfang eine gründliche Untersuchung. Die eingewachsene Kante wird fachgerecht und schmerzarm freigelegt, entzündetes Gewebe entlastet. Damit ist der akute Schmerz meist schon deutlich geringer.
Für die dauerhafte Lösung setzen wir eine Nagelspange ein. Sie wird auf den Nagel geklebt oder eingehakt und übt eine sanfte, gleichmäßige Zugkraft aus. Die gewölbte Nagelplatte wird dadurch über Wochen flacher – die Kante wächst wieder aus dem Gewebe heraus statt hinein.
Welches Spangensystem passt, hängt von Nagelform, Dicke und Zustand ab. Es gibt starre, elastische und geklebte Varianten – wir wählen im Termin gemeinsam aus, was für Ihren Nagel sinnvoll ist.
Die Schmerzlinderung setzt meist unmittelbar nach der ersten Behandlung ein. Bis der Nagel dauerhaft korrigiert ist, vergehen jedoch mehrere Monate – schlicht, weil ein Zehennagel nur etwa einen Millimeter pro Monat wächst. In dieser Zeit sehen wir uns regelmäßig, um die Spange nachzustellen.
Etwas Geduld gehört also dazu. Dafür bleibt der Nagel erhalten und es entsteht keine Wunde, die heilen müsste.
Wer immer wieder betroffen ist, fährt mit regelmäßiger podologischer Fußpflege am besten – dann wird gegengesteuert, bevor Schmerzen entstehen.
Ja – und dafür brauchen Sie keinen Diabetes. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Seit Juli 2022 kann die Nagelspangenbehandlung als reguläre Kassenleistung verordnet werden. Voraussetzung ist allein die ärztliche Diagnose eingewachsener Nagel (Unguis incarnatus). Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt stellt dafür eine Heilmittelverordnung aus; für Sie bleibt lediglich die gesetzliche Zuzahlung.
Wie viele Behandlungen auf einer Verordnung stehen, richtet sich danach, wie weit der Nagel bereits eingewachsen ist. Reicht die Verordnung nicht aus, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine weitere ausstellen.
Unabhängig davon gibt es eine zweite Verordnungsart für die regelmäßige podologische Fußpflege. Sie kommt in Frage, wenn das Schmerzempfinden an den Füßen herabgesetzt ist – klassischerweise beim diabetischen Fußsyndrom, seit 2020 aber ebenso bei Nervenschädigungen anderer Ursache.
Sprechen Sie uns gern an – wir sagen Ihnen, welche Verordnung in Ihrem Fall die richtige ist und was Sie dafür brauchen.
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Untersuchung. Bei akuten Beschwerden vereinbaren Sie bitte einen Termin oder wenden sich an Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt.
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