Podologische Komplexbehandlung
(Vollbehandlung)

Die podologische Komplexbehandlung ist eine Kombination aus mehreren podologischen Therapieformen und wird in der Regel vom Haus- oder Facharzt verordnet.

Was ist die Podologische Komplexbehandlung?

Die podologische Komplexbehandlung ist eine spezielle Form der medizinischen Fußpflege. Sie kombiniert verschiedene podologische Behandlungen und umfasst mehrere Schritte.

Das Ziel der Behandlung ist die fortschreitende Erkrankung an den Füßen aufzuhalten und dadurch Konsequenzen wie z.B. offene Wunden und Amputationen zu vermeiden.

Laut der Heilmittel-Richtlinie (HeilM-RL), §28 (Absatz 4), dient die podologische Komplexbehandlung „der gleichzeitigen Hornhautabtragung und Nagelbearbeitung, sofern diese medizinisch erforderlich sind“.

Was beinhaltet die Hornhautabtragung und die Nagelbearbeitung?

  • Hornhautabtragung. In §28 (Absatz 4) der Heilmittel-Richtlinie steht geschrieben: „Die Abtragung der verdickten Hornhaut dient der Vermeidung von drohenden Hautschädigungen wie Fissuren, Ulzera und Entzündungen durch spezifische Techniken der Schälung und des Schleifens der Haut unter Schonung der Keimschicht.“
  • Nagelbearbeitung. Die Heilmittel-Richtlinie §28 (Absatz 4) beschreibt die Therapie wie folgt: „Die Nagelbearbeitung dient der verletzungsfreien Beseitigung abnormer Nagelbildungen zur Vermeidung von drohenden Schäden an Nagelbett und Nagelwall durch spezifische Techniken wie Schneiden, Schleifen und/oder Fräsen.“

Wird die podologische Komplexbehandlung verordnet?

Ärztinnen und Ärzte können sie grundsätzlich dann verordnen, wenn bei der Patientin oder bei dem Patienten ohne Behandlung eine unumkehrbare Schädigung an den Füßen zu erwarten ist.

Wann kommt eine Podologische Komplexbehandlung für mich in Frage?

Grundlegend gilt, dass eine podologische Komplexbehandlung sowohl auf Kassen-, als auch auf Privatrezept erfolgen kann.

In Frage kommt eine solche Behandlung, wenn Sie die Voraussetzungen hierfür erfüllen. In der Regel setzt eine Verordnung der podologischen Komplexbehandlung die Feststellung der Notwendigkeit einer solchen Behandlung durch einen Haus- oder Facharzt voraus.

Die HeilM-RL beschreibt diese Voraussetzungen in §27 (Absatz 2) wie folgt: „Die Podologische Therapie kommt nur in Betracht bei Patientinnen und Patienten, die ohne diese Behandlung unumkehrbare Folgeschädigungen der Füße erleiden würden, wie sie durch Entzündungen und Wundheilungsstörungen entstehen können.“

Personen mit dem sogenannten diabetischen Fußsyndrom (DFS) bekommen am häufigsten eine ärztliche Verordnung für die podologische Komplexbehandlung. Allerdings können seit 2020 auch Patienten mit anderen Erkrankungen ein Rezept erhalten.

Zu diesen Erkrankungen zählen z.B. das komplette oder teilweise Querschnittssyndrom und verschiedene Erkrankungen des Nervensystems, die Schädigungen am Fuß verursachen können.

Das Anbringen einer Nagelprothese. Podologie Wieseler

Wird die Podologische Komplexbehandlung von der Krankenkasse übernommen?

Die kurze Antwort: Es kommt darauf an.

Wenn die Grundvoraussetzungen für die Verordnung der medizinischen Fußpflege (Podologie) erfüllt sind, werden die Kosten (gänzlich oder teilweise) von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Wer Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung ist, hat in der Regel einen Eigenanteil von ca. 10% sowie eine Verordnungsgebühr von 10 Euro zu tragen. Die Kosten können allerdings je nach Krankenversicherung variieren.

Ablauf einer podologischen Komplexbehandlung

Eine Komplexbehandlung dauert in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten. Grundsätzlich sollte man beim Erstbesuch mehr Zeit einplanen.

Die Behandlung startet für den Podologen bereits beim Eintreten des Patienten. Denn ein geschulter Podologe kann schon am Gang des Patienten erste Rückschlüsse auf mögliche Fußleiden ziehen.

Eine podologische Komplexbehandlung kann je nach Patient variieren, aber im allgemeinen kann man eine solche Behandlung in 7 simple Schritte aufteilen:

1. Anamnese

Der Podologe erklärt mögliche Risikofaktoren und nimmt die medizinische Vorgeschichte des Patienten auf.

2. Untersuchung

Die gründliche Untersuchung der Füße des patienten. Auch die Schuhe und ggf. Schuheinlagen können begutachtet werden.

3. Diagnose

Diagnose und Erstellung eines auf den Patienten zugeschnitten Behandlungsplans. Hier werden die Beobachtungen der Untersuchung, die Informationen aus der Anamnese und mögliche andere Empfehlungen (z.B. vom Hausarzt) berücksichtigt.

4. Hygienemaßnahmen

Zur Vorbereitung der eigentlichen Behandlung, werden die Füße sorgfältig gereinigt. Hierfür wird oft ein Fußbad angeboten.

5. Therapie

Auf Grundlage der sorgfältigen Untersuchung und der erstellten Diagnose, beginnt der Podologe nun mit der eigentlichen Behandlung. Dies beinhaltet die Abtragung der Hornahut und die Bearbeitung der Nägel, sowie evtl. andere Behandlungen von weiteren Fußproblematikken.

6. Nachgespräch

In einem beratenden Gespräch nach der Behandlung, erläutert der Podologe welche vorbeugenden Maßnahmen Sie daheim umsetzen können. Darüberhinaus erhalten Sie allgemeine Tipps zur Fußpflege und Antworten auf mögliche Fragen Ihrerseits.

7. Dokumentation

Abschließend wird die komplette Behandlung dokumentiert und archiviert.

Was kostet die podologische Komplexbehandlung?

Eine podologische Komplexbehandlung kann von Patient zu Patient variieren.

Abhängig von der Diagnose, wird manchmal nicht nur eine Hornhautabtragung und eine Nagelbearbeitung vorgenommen, sondern auch z.B. eingwachsenen Nägel oder Nagelpilz behandelt.

Podologische Komplexbehandlung (Vollbehandlung)

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  • Sorgfältige Untersuchung
  • Individueller Behandlungsplan
  • Schmerzarme Behandlung